
Es gibt mehrere sportliche Großereignisse in Melbourne, doch das Größte ist der Melbourne Cup. Jeden 2ten Dienstag im November verödet die City und strömt in Massen aufgetakelt bis zum Gipfel der Eleganz zum Flemmington Raceground. Melbourne ist weltweit die einzige Stadt, die dem Pferderennen einen Feiertag widmet. Es gibt vier große Tage, der wichtigste ist natürlich der Cup Tag (Dienstag). Schon seit Monaten und besonders die letzten Wochen davor sind die Nachrichten über die Pferdewelt und Wetter das Gesprächsthema NR. 1. Jeder kennt Jemanden, der wiederum den todsicheren Tip hat, selbstverständlich vertraulich, auf welches Pferd man sein ganzes Hab und Gut setzen soll. Es ist ein Muß mindestens am Dienstagnachmittag in einer der vielen Sportkneipen zu sitzen und lauthals mit zu wetten. Wenn man schon nicht für min. 50 Dollar (niedrigste Preisklasse) Eintritt plus Kosten des entsprechendes Outfits (welches man sich umbedingt besorgen muß, Jeans oder Derartiges geht partout mal gar nicht) daran live teilnehmen möchte.
Der überzeugende Spruch eines jeden Kerls warum er sich bei 24°C morgens um 9 Uhr in Anzug wirft, ist der dass er die Tausende an aufgetakelte 'Chicks' einfach nicht verpassen kann. Das Wort Pferd kommt dabei in den ausschweifenden Erzählungen vergangener Gelegenheiten höchstens ein einziges Mal vor. Stattdessen bekommt man Horrorgeschichten erzählt, nachdem die Toilettenschlangen jeden Rekord brechen, soweit das sich manche Damen sogar vor allen Leuten in die Kleider machen. Diese Behauptung konnte ich leider weder bestätigen noch widerlegen. Denn nachdem ich die Kleiderordnung des ersten Samstages (Darbyday) am Bahnhof vorgeführt bekam und erfuhr, dass man die Tickets vorbestellen musste wegen den katastrophalen Zuständen im Vorjahr und niemand mich begleiten wollte, war meine Motivation den Cup am Dienstag zu besuchen verloren gegangen. Also ja, ich gestehe, ich habe diese einmalige Gelegenheit bunte, auslaufende Hühner zu sehen nicht wahrgenommen und mich somit antimelbournisch und antitouristisch verhalten. Zur Strafe mußte ich mir für diesen Eintrag Begleitfoto borgen, damit Jeder einen Eindruck bekommt was in der Cup-Woche die normale Kleiderordnung ist.
Meine Kollegin Alex war am Darbyday dort gewesen, sie meinte es wäre viel humaner gewesen als das Jahr zuvor. Die Eintrittskarten waren auf 120.000 pro Ereignistag begrenzt, im Vorjahr waren es über 130.000 Besucher gewesen. Sie meinte dieses Mal konnte man wenigstens seine Füsse auf den Boden setzen ohne über die Leute zu stolpern. Es ist der Warnsinn wie viel Geld in dieser Woche fließt, bisher habe ich noch von niemand gehört, dass er was gewonnen hat, aber darum geht es beim Melbourne Cup auch nicht wirklich. Ausser um Mode, Ferngläser und Champagnerflaschen geht um den besten Tip, die längsten Federn im Haar und die kürzeste Schlange vor einem.
2 Kommentare:
Das hört sich doch gut an SchwesterHerz... bei mir ist auch alles ok!! Muss zurück in meinem Kurs, schreib dir noch ausführlicher zurück.. Bis dann
Super Pferderennen!
Schade,dass Du nicht hingehen konntest!
Warst Du schon bei der Riesenschaumwelle (ach ne, die ist ja in Sydney...stand hier gestern in der Zeitung...), aber warst Du schon baden? Hier in Lausanne erfriert man mittlerweile fast... (: Bis bald mal! Grüss Sammy! Cathrin
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