Freitag, 31. August 2007

ERSTER EINDRUCK


Am ersten Tag ist Melbourne noch ziemlich verwirrend. Man fühlt sich in eine Liveversion von SimCity versetzt. Die City folgt streng einem Raster und jeder Block erscheint willkürlich zusammengesetzt. Kirche neben Hochhaus, daneben mal eben ein 2geschössiges, viktorianisches Eckhaus, dahinter ein 5geschössiger Parkhaussockel, dann Schwimmbad, Kaufhaus, und wahllos weiter. Gerade hilfreich ist der australische Pragmatismus inbezug der Strassenbenennung ebenfalls nicht. Wozu auch, so schöne Namen, die zugleich Strasse und Vorort sein können, muss man doch gleich mehrmals ausnützen. Man gewöhnt sich schnell an, bei der Zimmersuche stets gleich ebenfalls nach dem Stadtteil und der am nächsten gelegenen Kreuzung zu fragen. Sonst wird das Auffinden einer Adresse schnell kompliziert bis unmöglich. Jetzt nach 1 Woche und 15 WG-Ansichten später bilde ich mir langsam ein, die Stadtpuzzleteile der Stadt besser zusammensetzen zu können.
Kulinarisch bin ich schon jetzt von den SushiRollen im Take-Away komplett überzeugt. Für ca. 2 Dollar (1,40EUR) bekommt man hier Sushi-Stangen in allen Variationen. Begeistern kann ich mich natürlich vorallem auch für die Mini-Soja-Fisch-Ampullen, die man dazu bekommt. Genial, oder? Typisch australisches Barbeque gibt's wahrscheinlich auch bald, in fast jeder WG stand so ein Monstergriller herum.
Von den Temperaturen bin ich angenehm überrascht, dachte es würde kälter sein und habe extra die Winterjacke eingepackt. Doch es geht eigentlich. Tagüber teilweise schon bis über 20 Grad warm, nur abends/ nachts ist es etwas kälter. Vielleicht so wie April/Mai bei uns. Will fast gar nicht wissen, wie heiß es hier im Sommer sein wird, wenn es jetzt im Winter schon so warm ist.
Die Leute sind echt etwas lockerer als in Europa und auf alle Fälle komplett sportverrückt. Bei uns ist es ja keine große Ausnahme, wenn Leute mit Fankleidung zu Fussballspielen anreisen, doch das ist noch nichts gegen hier. Am Wochenende läuft hier eigentlich Jeder in seiner Lieblingsmannschaftfarbe herum. Überall sieht man weiß-schwarz oder rot-schwarz oder sonstwas gestreifte Menschen herumlaufen in allen Alter- und Sozialschichten. Ob nun Bankkauffrau mit Fanschal oder Großvater mit Enkel in geringelten Kniestrümpfen. Bin ja mal gespannt wie es erst wird, wenn die Rugbyweltmeisterschaft hier anfangen wird!

FLUG



Juché, der erste Eintrag auf diesem, taufrischen Block.
Am besten ich bleibe chronologisch, also der Flug erhält die Ehre des ersten Eintrages:

Vor einer guten Woche ging es von Frankfurt aus über Dubai nach Melbourne mit Emirates Airline. Prima Airline und die erste gute Überraschung gab's schon in Frankfurt am Check-In. Willkommengeheißen in die Welt der "Jetlager" standen Henning und ich völlig überraschend für den selben Flieger nach Dubai an und so waren die ersten 6 Stunden Flug gerettet. Verrückt wie klein die Welt ist, oder?! In Dubai hatte ich zum Glück nur einen kurzen Aufenthalt, anders Henning, er mußte dort ewig auf seinen Anschlußflug nach Soeul warten. Dubai macht seiner Händlergeschichte alle Ehre, der Transitterminal ist eine einzige große, vergoldete Mall mit enormen Ufolampen, wo sogar die Gepäcktrolleys eigentlich eher Einkaufswägen sind. Also wer seinen Computer vergessen oder eben mal einen neuen Porsche braucht, alles kein Problem, VISA macht's möglich. ;) Ansonsten trifft man hier die ganze Welt, ob nun Gruppen von zockenden Chinesen, Araber mit vier oder mehr vollverschleierten Ehefrauen im Anhang, farbenfrohe Schwarzafrikaner, übermüdete, einkaufswütige, blasse Briten, .. alle da. Der zweite flugpart, 14h von Dubai nach Melbourne war nicht so angenehm für mich trotz fantastischem Boardcomputer mit über 100 Filmen, 500 Kanälen und 50 Spielen, Front- und Untenlivekamera vom Flieger, leckerem Essen und schnarchendem, jedoch nettem Engländern neben mir. Ich konnte einfach kein Auge zu tun, war aber trotzdem extrem müde. Und 14h sind echt ewig.
Morgen um halb 6 war ich also endlich einen halben Planet weiter angekommen. Die Einreise war völlig problemlos, weder mußte ich mein Visum noch meine finanziellen Mittel vorweisen. Sam hat mich trotz verstrahlter Übermüdung in Empfang genommen und zum Glück war das Zimmer im ersten Hostel schon gebucht. Endlich Schlafen!