Mittwoch, 31. Oktober 2007

HALLOWEEN


Heute ist Halloween und bis auf ein paar bedenklich-lustige Süssigkeiten (z.B. M&Ms, die im Dunkeln leuchten) bekommt man zum Glück hier nicht viel davon mit. Hoffe das bleibt heute Abend genauso und die Horden von Monstern auf der Fußschwelle bleiben aus. Stattdessen bereitet Einen der Handel schon vehement auf Weihnachten vor. In der City steht bereits jetzt schon ein Riesenchristbaum herum. Kein echter Baum, der würde nun im Frühling/Sommer auch etwas leiden. Das Wetter und die Wettervorhersage erstaunt mich täglich, das stündliche Erstaunen habe ich schon abgestreift. Habe ich noch im letzten Post geschrieben, es wären 30°C am Wochenende, so waren am Montag nur noch vielleicht 17°C übrig. Dasselbe letztes Wochenende: am Freitag 20°C tagsüber, deutlich kälter am Abend/ in der Nacht und mir fiel es äußerst schwer, dem Wetterbericht zu glauben, dass ich 6 Stunden später zu 30°C aufwachen würde. Aber am Samstagmorgen war es tatsächlich wieder so heiß. Melbourner müssen die Meister der Zwiebeltechnik sein. Nun fängt die Mode, wo man das Kleid über der Jeans trägt zum ersten Mal erst so richtig Sinn zu machen. Morgens Jeans, nachmittag Kleidchen. Noch habe ich mich dem Trend nicht angeschlossen, aber die Verlockung steigt. ;)

Jetzt noch groß über die Einweihungsmaskenfeier zu schreiben, macht nach all der Zeit nicht mehr so viel Sinn, also nur ganz kurz. Die Feier war gut und erstaunlicher Weise lief trotz über 70 Leuten alles glatt. Nichts ging wirklich zu Bruch noch gab es irgendwelche unangenehmen Überraschungen am Morgen bzw Nachmittag danach. Die Party war lang, unsere letzten Gäste, die komplett die Samstagnacht durchgemacht hatten, sind am Sonntag um 13 Uhr angeheitert entschwunden. Für einen kurzen Moment flackerte mir beim Aufräumen noch die verrückte Idee so etwas wie Flaschen zu zählen durch den Kopf, aber der Flaschenberg wuchs so rapide, dass sich die Idee ebenso rasant wieder verflüchtigt hat. Nach 2 Wochen Müllrationen, war immer noch mehr als ein Einkaufswagen randvoll. Problem in Melbourne ist definitiv der Mangel an Altglascontainern, letzte Woche, nach fast 4 Wochen nach der Party war endlich der letzte Partymüll in unseren Mülltonnen und denen der Nachbarn verteilt.

Montag, 22. Oktober 2007

ERSTE ARBEITSWOCHENWELT


.. ist gut überstanden. Ich bin mir sicher, dass ich das richtige Büro gewählt habe. Zwar hatte ich am Mittwoch noch das Vorstellungsgespräch mit Sean Godsell (persönlich), er war gar nicht so arrogant, überheblich und unfreundlich wie vom Hörensagen erwartet. Die Entscheidung bekomme ich erst diese Woche mitgeteilt, doch ich habe schon beim Gespräch gesagt, dass ich wohl wahrscheinlich noch nicht die Person bin, die sie im Moment brauchen. Sie suchen gerade 2-3 Jungarchitekten zum stressigen, rasanten Dauerzeichnen eines Projektes mit AutoCAD bis Weihnachten. Da ich gerade meine erste Woche AutoCAD hinter mir habe und ich mich immer noch stark umgewöhnen muß (Benutzerfreundlichkeit ist scheinbar Fremdwort), würde das nur noch mehr Stress bereiten. Also nein.
Die erste Woche ging schnell vorüber, weder zu schwere noch zu langweilige Aufgaben. Lerne wie gesagt peu à peu das Programm mit Aufmaß- und Fassadenzeichnen kennen. In 10 min werde ich mich erneut in die überfüllten Trams quetschen. Übers Wochenende hatten wir zum ersten Mal einen Eindruck bekommen, wie heiß der Sommer hier werden wird. Gestern waren es über 30 Grad, um 23 Uhr immerhin noch 27° C. Zum Glück will Adam, mein Chef, baldigst in ein neues Büro umziehen. Denn das jetzige verfügt über keine Klimaanlage und im letzten Sommer war es nahezu unerträglich.
Also dann, bis bald, habt eine gute Woche!

Donnerstag, 11. Oktober 2007

JOBSUCHE


Jetzt überspringe ich zwar chronologisch gesehen unsere Hausparty, dafür ist dieser Eintrag noch druckfrisch. So schwer ich es mir getan habe, meine Bewerbungen australientauglich und meine Mappe zu beenden bzw auszudrucken, so "leicht" war die aktive Bewerbung an sich selbst. Ich hatte über 70 Büros in Melbourne recherchiert, um sie besser in 'DA will ich HIN', 'DORT vielleicht auch', 'Falls mich sonst keiner will' und 'Auf keinen Fall!' einzuteilen. Mag arrogant wirken, jedoch wie soll ich ernsthaft und gut für Jemanden arbeiten, wenn ich deren Architekturverständnis zum Verzweifeln finde?
So, lief ich also für 11 der 'DA will ich HIN' kreuz und quer durch die Stadt um meine Bewerbung persönlich zu überreichen. Was gut war, denn so hatte auch ich einen ersten Eindruck vom Büro. Teilweise supernett bis hoffentlich wollen sie mich doch nicht. 20 Mails gingen an die 'DORT vielleicht auch' raus.
Ich wurde vorgewarnt, ich würde sehr wahrscheinlich lange warten müssen und ich sollte am Ende der Woche am besten noch mal nachfragen, denn die Australier lassen alles etwas langsamer angehen. Doch die erste Einladung erfolgte noch am selben Abend. Am Ende des zweiten, aktiven Tages der Suche, hatte ich bereits zwei erfolgreiche Interviews mit zwei Sofortangeboten und ein Angebot für eine bezahlte Probezeit. Am dritten Tag das dritte erfolgreiche Interview und ein wachsender Unwillen meinerseits weiter zu suchen, nur um noch mehr Leuten absagen zu müssen.

So habe ich heute morgen, einem kleinen, jedoch netten Büro zugesagt. Sie haben gerade jede Menge Projekte und da es nur 5 Leute im Moment sind, heißt das ich habe mehr Verantwortung und Aufgaben als ich normalerweise als Arbeitsneuling haben würde. Ich kann jede Menge Erfahrung sammeln, ich werde per Stunde bezahlt. Die Absagen waren schwer, zumal das eine Büro gleich nachfragte, ob ich nicht danach zu Ihnen kommen würde.
Dann nur 1h später bekam ich einen Anruf von dem Büro weswegen es mich eigentlich insgeheim nach Melbourne verschlagen hat. Sean Godsell Architects hat mich für ein Interview nächste Woche eingeladen. Tja, anstatt nun glücklich am Montag mit meinem neuen Job anzufangen, stecke ich nun eher in einem Dilemma. Ich werde das Interview wahrnehmen, mal sehen was daraus wird. Bei massig Bewerbungen jede Woche, heißt es nicht umbedingt, dass ich auch bei Sean Godsell eine Zusage erhalten werde.
Also Architektenfreunde, wenn ihr nicht wisst wohin mit euch in Europa, dann kommt her nach Melbourne! Unser deutscher Bauhausstil ist hier sehr gefragt.

Mittwoch, 10. Oktober 2007

RADFAHREN


Seit dem letzten Eintrag ist Einiges (Hausparty, Arbeitssuche) passiert, nun muß ich wieder etwas aufholen. Etwas unverhofft bin ich vor 2 Wochen stolze Besitzerin eines rüstigen, doch schnicken Rennrad geworden. Nicht weit von meinem Haus gibt es eine alternative Initiative namens CERES. Neben einer Pflanzschule, alternativen Energieworkshops, Hühneradoptionen (für eigene, frische Eier jeden Tag) und Biocafé gibt's auch eine Fahrradwerkstatt. Dort kann man mit Hilfe der professionellen Freiwilligen und allen erforderlichen Werkzeuge sein Fahrrad reparieren oder alte, geschenkte Fahrräder wieder zum Rollen bringen. Als Sam zur Reparatur seines rostigem, doch coolem Poserrad (35 AUD) begleitete, war ich so motiviert mir ebenfalls ein Rad zu holen. Für nur 27 AUD (18-19 EUR) bekam ich ein schwarzes, unrostiges Rennrad, ;) tja, manchmal hat man beim Preis als Mädel mit lustigem (fürchterlichem), deutschem Akzent eine bessere Verhandlungsbasis. Nachdem ich lernte wie man Reifen flickt, Bremsen einstellt, Lenker, Handbremsen und Sättel zusammensetzt und hatte ich drei Stunden später ein verkehrstüchtiges Rad. Einen Helm werde ich mir bald vom ersten Gehalt leisten, der wird wahrscheinlich das Doppelte oder Dreifache vom Rad kosten, jedoch ist in Australien Helmpflicht. Und dann kann ich hoffentlich mit dem Rad zur Arbeit fahren, Melbourne ist zum Glück ziemlich flach. An das Linksfahren habe ich mich schon bestens gewöhnt, wenn auch durch die ganzen Hinterstrassen.