Freitag, 17. Oktober 2008

JOHN STREET



Die Wohnungssuche bzw. Zimmersuche ging dieses Mal um Einiges schneller. Sam hatte bereits vor meiner Ankunft ein Übergangszimmer in Fitzroy gefunden. Beim ersten Rundgang durchs Haus und beim Erblicken des Herdes war ich zunächst etwas geschockt, doch je länger ich hier bin, um so mehr mag ich das Haus. Ich bin ja der allergrößte Fan von der Lage. Brunswick ist toll, doch eben 20min Tram vom Zentrum entfernt. Hier braucht man keine Tram, man kann ins Zentrum laufen. Das Haus ist alt und seltsam, doch besitzt seinen eigenen Charme und vor allem ist es zweistöckig. Hui, ein Haus mit Treppe, in Brunswick gab es hauptsächlich nur Erdgeschoss-Häuser. Der Garten oder Hinterhof ist total überwuchert und voll mit Opossums. Die Küche rustikal in Vollholz gehalten doch gemütlich mit Esstisch. Der Herd ein Uromastück und der Kühlschrank bestenfalls eine Kühlbox. Das Motto des Bades ist klar die Farbe Schwarz. Im Wohnzimmer prunkt ein Salzwasser-Aquarium mit Tropenfischen (obwohl seit gestern nicht mehr*) und ein Hippie-TV (die Farben sind kaputt, Simpsons sind plötzlich grüne Marsmenschen). Der Vermieter Michael, in dessen Zimmer wir gerade leben, ist in Japan und den hat noch Keiner im Haus gesehen da alle frisch eingezogen sind. Fast genau so selten sieht man die andern beiden Mitbewohner. Das Haus gehört quasi "fast" uns alleine.
Und wir werden auch vorerst hier bleiben können. Denn Yuki, die Koreanerin, die selbst erst seit 2 Wochen hier wohnte, zog eines Tages einfach aus und besorgte einen anderen Koreaner Alex als "Neuen". Alex ist ganz nett, doch es war einfach sein Pech, dass Yuki von ihrem Auszug und seinem Einzug Michael nichts erzählt hat. Alex ist einfach gutgläubig eingezogen und Michael war davon nicht begeistert, so dass er uns nun Alex's Zimmer angeboten hat. Er hat wohl bemerkt, das wir ein wenig das Haus und die Fische* im Auge behalten.

Die Kostenverteilung von WG-Zimmern in Australien und Neuseeland sind für uns Europäer etwas unverständlich. Eigentlich haben sich bisher 3 Leute dieses Haus geteilt, jedes Zimmer kostet ca. 600 AUD (400 EUR), egal von der Größe. Derjenige, der am Längsten hier wohnt oder eben den Mietvertrag hat, hat automatisch das größte und beste Zimmer im Haus. Da wir nun als Paar das Zimmer teilen werden, wird nach Tradition die Miete neu aufgeteilt. Nur nebenbei angemerkt es ist das "kleinste" Zimmer von den Dreien. Sam und ich zahlen für das Zimmer bald 680 AUD zu zweit, während die Zimmer der Anderen auf 560 AUD sinken. Wir haben uns umgeschaut, es ist immer noch ein ziemlich guter Preis für die Lage und so. Trotzdem, finde ich die Rechtfertigung für diese Aufteilung der Miete, dass Pärchen mehr Platz in der Küche, Wohnzimmer, Bad und Garten einnehmen einfach seltsam. Schließlich bezahlen wir nun die Hälfte der Rechnung und es wird sowieso günstiger für die anderen Beiden. Aber ich bin ja nicht mehr in Europa und hier ist es eben so und nicht nach m2. Dies finden die Australier übrigens lachhaft und typisch deutsch, dass wir unsere WG-Zimmer nach m2 berechnen.

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