Dienstag, 21. Oktober 2008

URLAUB IM FISCHPARADIES


Im letzten Eintrag habe ich noch von dem Riesenaquarium mit den tropischen Fischen* in unserem Wohnzimmer erzählt. *Tja, diese Attraktion gibt's es nicht mehr oder etwas abgeändert. Nachdem ich mich schon den ganzen Tag über den seltsamen Geruch gewundert habe, machte ich am Donnerstag Nachmittag die grauenvolle Entdeckung - die Fische sind tot. Verdammt, was jetzt? Schließlich wurden uns die Fische quasi zur Pflege gegeben. Es sind/waren Michael's Fische, der Typ, der gerade in Japan ist. Der von Michael bestellte Aquariummensch kommt einfach nicht und wir wissen nicht was wir tun sollen. Verstärkt hat sich mein Schock, dass die Fische nicht einfach mit dem Bauch nach oben geschwommen sind, nein der erste Fisch, den ich gesehen habe, war komplett in Fetzen gerissen. Samlock Holmes hat folgenden Tatverdacht rekonstruiert: die Pumpe rechts versagt, ob technischer Defekt oder menschlichem Zutun noch ungeklärt. Weißer Fisch mit blauer Färbung, dessen Revier im rechten Bereich lag, verliert als Erster das Bewusstsein und die Kiemen versagen. Humu Picasso Trigger ist irritiert, der Weiße bewegt sich nicht mehr und sinkt zu Boden. Die Luft wird dünn. Die kleineren Fische suchen Schutz in den Felsenhöhlen, ihre Leichen sind noch ungeborgen. Die Krebse machen sich an die Arbeit, Aas im Tank, das darf nicht sein. Sie kommen später nicht mehr dazu, alle Spuren des Unfalls oder Sabotage zu beseitigen. Am Donnerstag Abend sind die Krebse und die Felsen die Einzigen noch lebenden Zeugen in der gekippten Aquariumwelt.

Ein anderer Schock der letzten Tage war der Kurssturz des australischen Dollars. Habe ich Euch noch im Sommer erzählt, es wird immer teuerer werden mich in Australien zu besuchen, so stimmt dies nun nicht mehr. Der Wechselkurs von Euro zu Australischem Dollar hätte nicht besser sein können. Hat man zuvor noch für 2/3 also für z.B. 2 EUR, 3 AUD erhalten, so liegt der Kurs nun bei unglaublichen 1/2 also für 1.5 EUR bekommt man 3 AUD. Ich kann so schnell nicht wieder nach Europa, der Wechselkursverlust wäre einfach zu grausam, doch Besucher aus Europa erleben Australien so preiswert wie seit langem nicht mehr. Ich habe eine weiche, bequeme Couch im Wohn- äh Tatzimmer im Angebot. Die neue Attraktion dieses Raumes ist der unglaublich starker Geruch von ehemaligen Salzwasserfischen. Ist schon seltsam wie schnell man sich an ein "verbotenes" Zimmer mit Leichen im Haus gewöhnen kann.

Freitag, 17. Oktober 2008

JOHN STREET



Die Wohnungssuche bzw. Zimmersuche ging dieses Mal um Einiges schneller. Sam hatte bereits vor meiner Ankunft ein Übergangszimmer in Fitzroy gefunden. Beim ersten Rundgang durchs Haus und beim Erblicken des Herdes war ich zunächst etwas geschockt, doch je länger ich hier bin, um so mehr mag ich das Haus. Ich bin ja der allergrößte Fan von der Lage. Brunswick ist toll, doch eben 20min Tram vom Zentrum entfernt. Hier braucht man keine Tram, man kann ins Zentrum laufen. Das Haus ist alt und seltsam, doch besitzt seinen eigenen Charme und vor allem ist es zweistöckig. Hui, ein Haus mit Treppe, in Brunswick gab es hauptsächlich nur Erdgeschoss-Häuser. Der Garten oder Hinterhof ist total überwuchert und voll mit Opossums. Die Küche rustikal in Vollholz gehalten doch gemütlich mit Esstisch. Der Herd ein Uromastück und der Kühlschrank bestenfalls eine Kühlbox. Das Motto des Bades ist klar die Farbe Schwarz. Im Wohnzimmer prunkt ein Salzwasser-Aquarium mit Tropenfischen (obwohl seit gestern nicht mehr*) und ein Hippie-TV (die Farben sind kaputt, Simpsons sind plötzlich grüne Marsmenschen). Der Vermieter Michael, in dessen Zimmer wir gerade leben, ist in Japan und den hat noch Keiner im Haus gesehen da alle frisch eingezogen sind. Fast genau so selten sieht man die andern beiden Mitbewohner. Das Haus gehört quasi "fast" uns alleine.
Und wir werden auch vorerst hier bleiben können. Denn Yuki, die Koreanerin, die selbst erst seit 2 Wochen hier wohnte, zog eines Tages einfach aus und besorgte einen anderen Koreaner Alex als "Neuen". Alex ist ganz nett, doch es war einfach sein Pech, dass Yuki von ihrem Auszug und seinem Einzug Michael nichts erzählt hat. Alex ist einfach gutgläubig eingezogen und Michael war davon nicht begeistert, so dass er uns nun Alex's Zimmer angeboten hat. Er hat wohl bemerkt, das wir ein wenig das Haus und die Fische* im Auge behalten.

Die Kostenverteilung von WG-Zimmern in Australien und Neuseeland sind für uns Europäer etwas unverständlich. Eigentlich haben sich bisher 3 Leute dieses Haus geteilt, jedes Zimmer kostet ca. 600 AUD (400 EUR), egal von der Größe. Derjenige, der am Längsten hier wohnt oder eben den Mietvertrag hat, hat automatisch das größte und beste Zimmer im Haus. Da wir nun als Paar das Zimmer teilen werden, wird nach Tradition die Miete neu aufgeteilt. Nur nebenbei angemerkt es ist das "kleinste" Zimmer von den Dreien. Sam und ich zahlen für das Zimmer bald 680 AUD zu zweit, während die Zimmer der Anderen auf 560 AUD sinken. Wir haben uns umgeschaut, es ist immer noch ein ziemlich guter Preis für die Lage und so. Trotzdem, finde ich die Rechtfertigung für diese Aufteilung der Miete, dass Pärchen mehr Platz in der Küche, Wohnzimmer, Bad und Garten einnehmen einfach seltsam. Schließlich bezahlen wir nun die Hälfte der Rechnung und es wird sowieso günstiger für die anderen Beiden. Aber ich bin ja nicht mehr in Europa und hier ist es eben so und nicht nach m2. Dies finden die Australier übrigens lachhaft und typisch deutsch, dass wir unsere WG-Zimmer nach m2 berechnen.

Donnerstag, 16. Oktober 2008

DEJA-VUE · HINFLUG 2


Weil es so schön war das letzte Jahr, geht nun die ganze Geschichte wieder von vorne los. Ab nach Australien, Unterkunft und Job suchen, Stadt erkunden ... . Nein, es ist definitiv anders als letztes Jahr. Ok, der Flug war genauso lang-weilig wie erwartet. Die Flughäfen scheinen dieses Problem erkannt haben und tut alles um seine Transit-Reisenden beschäftigt zu halten. Im geselligen Schlangenstehen wie im Freizeitpark kann man nun seine Mitfluginsassen begutachten, den Vorgang an der Sicherheitsschleuse beobachten und darüber rätseln welche Vorschriften und Methoden dieser Ort haben wird.
In Frankfurt sind neuerdings laut Poster Nagelpfeile und Taschenmesserchen im Handgepäck erlaubt. 2003 hatte ich hier noch meine lebensbedrohliche 'SwissCard' im Fundbüro abgeben müssen.
In London markieren kleine, weiche Fußmattenstreifen den erlaubten Gang durch die Kontrollschleuse, da Jeder seine Schuhe ausziehen muss. Und man muss sein Gepäck sortieren, alles gehört in bestimmte Boxen - die Schuhbox, die Computerbox, die Kleinkram und Jackenbox und die Flüssigkeitenbox. Das ALLES Flüssige da rein muss und nichts in der Tasche bleiben darf, musste ich auf die harte Tour lernen. schriller ALARM. "Ist das Ihre Tasche?" "Ja." "Darf ich den Inhalt Ihrer Tasche auf Sprengstoff untersuchen?" "Ja, eh .. klar." Zum Glück war nicht so viel drin, ich hatte einfach die Duty-Free-Flasche vergessen.
In Hongkong sollte man am besten sämtliche Flüssigkeiten im Flugzeug lassen, auch versiegelte Duty-Free-Flaschen-Taschen. Die Sicherheitskontrolle hier ist vor allem eines - personenintensiv. Kaum kommt man steifbeinig aus dem Flieger, kleben Flughafenangestellte Einem geschwind einen Aufkleber auf die Schulter. Ist die Herde erst mal markiert, wird man freundlich doch bestimmt von weiterem Personal in Richtung, ja genau zur Sicherheitskontrolle geleitet. Zurück in der platzeffektiven Schlange hängen überall Poster, die mitteilen, dass mehr als 100 ml Flüssigkeit nicht erlaubt sind. Für die Westler unter uns die nur noch auf bewegte Bilder reagieren, läuft ein Angestellter energisch die Reihen ab und schwenkt sein eigenes Verbotsplakat. Endlich vor der Röntgenmaschine weist ein Platzanweiser die Maschine zu und man bekommt wie an der Theatergarderobe ein kleines Nummernschildchen für seine 1x Röntgenbox samt Inhalt ausgehändigt. In Sichtweite, nur 2 Schritte weiter bekommt man dann für seine Nummer von der zweiten "Garderobenfrau" sein Gepäck wieder zurück. Rolltreppe und Rollband scheinen in China etwas gefährlicher zu sein, vor und am Ende ertönen Warnmeldungen auf chinesisch und englisch "Man soll sich doch bitte Festhalten."
Melbourne hat auch noch mal etliche Kontrollen. Hier geht's jedoch vor allem um Tierprodukte und Lebensmittel. Ich erspare Euch diese Warteschlange und Prozedur, nur eine Siegesbotschaft - Puddingpulver darf rein! Dieses habe ich hier letztes Jahr etwas vermisst komischerweise.