Dienstag, 10. Februar 2009

BUSCHBRAND


Der letzte Samstag mit den Extremtemperaturen hat nun ganz Victoria ernüchtert zurückgelassen. Die neusten Todeszahlen liegen bei 173 und man erwartet dass es auf über 200 Tote steigen wird. Ich weiß nicht wie viel man in Europa davon mitbekommt, doch am Wochenende kam es zum schlimmsten Buschbrand in Australien. Es gab am Samstag über 400 verschiedene Brände und man vermutet davon mehre mehrere mit Brandstiftung. Das die Situation so eskaliert ist, hatte mehrere Ursachen, jedoch die Politiker fangen stattdessen dennoch an, Ausreden und Schuldige zu finden. Hauptschuldige sind entweder psychopathische Pyromanen, das "gefährliche" Anwachsen von Naturreservaten (so viel brennbares Holz auf einen Haufen, so etwas muss man verbieten. Unglaublich aber leider wahr) und natürlich der Klimawechsel.

Die Sachverständigen werden bestimmt noch Monate mit den genauen Ursachen beschäftigt sein. Fest steht es ist passiert und es brennen noch 24 Feuer im Norden und Nord-Osten von Melbourne. Ungefähr 50-60km entfernt. Wie es dazu kam? Den ganzen Januar hat es in Victoria nicht geregnet, wir hatten extreme Temperaturen über 40 vor zwei Wochen und am Samstag als es über 46°C heiß war, kam noch ein über 50km/h schneller Wind hinzu. Die Bewohner der Dörfer die niedergebrannt sind, hatten keine Zeit zu fliehen oder die Ausfahrtstrassen waren versperrt. Bei einem Dorf stand zum Beispiel die Zufahrtsbrücke in Flammen. Feuer die noch 15km am Horizont entfernt zu sehen waren, erreichten manche Dörfer innerhalb der nächsten Minuten. Leute starben in den Häusern oder in den Autos auf der Flucht. Angehörigen von Feuerwehrleuten und Leute die sich in vermeintlich sichere und vorgewarnte Gebiete in Sicherheit gebracht hatten, starben dort während ihre Häuser im Heimatsort teilweise noch stehen. Die Leute sind geschockt, doch ansonsten bekommen wir hier in Melbourne/ Fitzroy nicht viel davon mit. Kein Brandgeruch vielleicht Rauch, doch es könnten auch die angekündigten Regenwolken sein.

Buschbrände in Australien sind normal, es gibt ständig welche jeden Sommer. Das Verheerende an diesem war die totale Unberechenbarkeit, die Größe und die Geschwindigkeit mit der es sich verbreitet hat.

Samstag, 7. Februar 2009

SOMMERTAG? - HITZESCHLAG!


War wenig in den letzten Wochen so wirklich einen Eintrag wert, das heutige Wetter beziehungsweise die heutigen Temperaturen sind es definitiv. Das das Wetter in Melbourne extrem launisch ist, habe ich letztes Jahr bereits mehrmals erwähnt. Heute kann ich wieder ein perfektes Beispiel dafür präsentieren. Es sind fast 44°C im Schatten, noch ist es nicht Mittag und es ist extrem windig. Der Wind pfeift so stark um die Bibliothek, das man unbewusst froh ist, sich in einem Steingebäude zu befinden. Man kann sich keinen über vierzig Grad warmem und starken Wind vorstellen. Etwas Vergleichbares habe ich in Deutschland noch nicht erlebt, da sind Böen eher kalt oder erfrischend. Doch wer's nachfühlen will, schnappt sich 2 Haartrockner, stellt sich vor den warmen, geöffneten Backofen am besten mit Umluft (simuliert die abstrahlende Wärme des weichwerdenden Asphalt) und stellt die Föns auf Vollgas. Ignoriere das Geräusch der Trockner - voilà Melbourne-Simulation erfolgreich.

Zu den Australian Open in den letzten zweiten Wochen gab es schon einmal so extrem heisse Tage. Es war furchtbar und seltsam plötzlich der Ort mit den höchsten Temperaturen auf der globalen Wetterkarte zu sein. Man assoziiert derartige Celsiuswerte eher mit Wüstenalltag in der Sarah oder so. Für 4 Tage und Nächte sank die Temperatur nicht unter 30°C, Schlafen ohne Ventilator war nicht möglich. Ventilatoren waren natürlich in der ganzen Stadt überall restlos ausverkauft. Erst nach Stunden und mit schierem Glück konnte ich noch einen von zwanzig unerwarteten Lagerfundstücken ergattern. Die waren innerhalb von einer Minute ratzefatz weg.

Jeder der mich jemals erleiden musste, sobald das Quecksilber über die 30 ging, weiß das ich kein Freund der Hitze und Sonne bin und diesen Eintrag nicht schreibe um darauf aufmerksam zu machen wie "schön" warm es hier im Vergleich zum kalten Europa ist. Ich verkrieche mich stattdessen mit Eiswürfeln im kältesten Zimmer im Haus oder suche Kälteasyl in der Biblio.

Zum Glück ist heute nur 1 Extremtag, morgen und die kommende Woche soll die Temperaturen in den Zwanzigern bleiben. :)