Freitag, 22. Mai 2009

HAUSSUCHE


Hallo!
Hinter mir liegen 4 kurze Wochen in denen ich mich genauestens mit dem Melbourner Mietmarkt auseinander gesetzt habe. Darauf hätte mich sicherlich nur zögerlich eingelassen, wären wir nicht vor einem Monat von unserem Maklerbüro informiert worden, dass wir bis Ende Juni ausziehen müssen. Die Besitzer wollen das Haus komplett renovieren. So mit grossem Bedauern, müssen wir bald 6 John St in Fitzroy verlassen. Doch seit diesen Dienstag haben wir überraschenderweise ein neues Haus. Am Montag findet die Schlüsselübergabe statt und der Einzug wird über die kommende Woche passieren.

Wohnungs- bzw Haussuche in Melbourne ist wirklich reine Glücksache. Im Vorjahr haben wir ausreichend Erfahrung mit WG-Suche in Melbourne gemacht, um diese Tortur nun nicht wieder wiederholen zu wollen. So haben wir wirklich für alles andere Ausschau gehalten: nämlich Wohnung (nur Sam+ich) und 2/3/4 Schlafzimmer-Häuser. Das es nun am Ende tatsächlich ein 4 Schlafzimmer-Haus und eines der sehr begehrten 2-stöckigen Terrace-Houses geworden ist, war nicht zu erwarten. Es hätte alles werden können oder eben sogar gar nichts. Selbstverständlich hätte ich liebend gerne die WG-Phase in meinem Mietleben hinter mir gelassen, doch (A) sind die Wohnungen, die wir uns leisten könnten, auch sehr gut mit der Wortwahl von Das-Letzte-Loch beschreibbar (Plattenbauten sind gemütlich dagegen) und (B) die "schönen" Wohnungen einfach noch zu teuer oder unsere Bewerbung nicht gut genug. So hat es sich recht schnell ergeben, dass wir auf die Idee kamen mit Leuten, die wir schon kennen eine neue WG zu gründen.

Voilà, meine neuen/alten Mitbewohner! Achtung es wird kompliziert wegen Mehrfachvorkommen der Namen! Katherine, mein Sam's Ex-Mitbewohner Sam (Sam2, ebenfalls aus NZ und mit Freundin, die K(C)atherine heisst, nur eben mit K), war ziemlich schnell mit von der Partie, da sie unabhängig von uns, genau in der selben Woche beschlossen hatte aus ihrer WG auszuziehen, in der wir das Räumungsschreiben erhielten. Perfekter Zufall also. Jarrah, unser jetziger Mitbewohner, der auch mit auf dem Ostertrip war, war auch schnell mit von der Partie. Amanda, ebenfalls unsere jetzige Mitbewohnerin hat sich einfach mit eingeklinkt. Sie ist zuverlässig und unauffällig als Mitbewohner, nur war ich doch sehr überrascht, dass sie wieder mit uns zusammen ziehen wollte. Ich hatte stets das Gefühl wir sind ihr nicht cool genug oder beziehungsweise viel zu alt sind (sie ist 19). Wir haben äusserst wenig gemeinsame Interessen und wenn ich ihr das eine Mal in der Woche begegne, ist nicht sehr viel Gesprächsstoff vorhanden. Aber wird schon werden. David, ebenfalls Noch-Mitbewohner, ist der Einzige, der aus John Street nicht mit nach North Fitzroy umsiedeln wird. Einerseits Erleichterung und anderseits ein wenig schlechtes Gewissen und Bedauern. Mit ihm kann man sich wenigstens Unterhalten, doch auch wenn es nie ein Riesenproblem war, seine Vorstellung von Zusammenleben war einfach anderes als von uns restlichen Vier. Ein netter Kerl bleibt er trotzdem.

Wie ist es eigentlich in Melbourne, einer Stadt mit Mangel an Wohnobjekten und einem täglichen Bewohnerzuwachs von 100 Personen, nach einem Platz zum Leben zu suchen? Es ist definitiv eine chaotische Glückslotterie! Die Suche findet grösstenteils online statt. Zeitung gibt es auch, doch ist eher ein Medium für Käufer und nicht Mieter. In den Regel existiert von dem Mietobjekt nur ein Aussenfoto nebst Beschreibung. Nirgendwo gibt es eine Angabe über Quadratmeter und hilfreiche Grundrisse nur in den wenigsten Fällen. Also muss man bei Interesse abwarten bis die einmalige Viertelstunde Besichtigungszeit inseriert wird. Normalerweise findet diese dann an späten Werktags-Nachmittagen oder immens gehäuft an vollgepackten Samstagen statt. So hetzt man zu den Adressen kreuz und quer durch die Stadt, verschafft sich einen Überblick zusammen mit den ganzen anderen Bewerbern, füllt die seitenweisen Bewerbungsformulare aus und wartet bange (wie in unserem Fall für Wochen erfolglos) auf eine Rückantwort. Das Interesse für die Häuser variierte, doch in den zwei krassesten Beispielen befanden sich zur gleichen Zeit ca. 40 Menschen in der max. 35m2 Wohnung und im anderen Beispiel warteten um die 50 Leute in einer Warteschlange bis 3 Nachbarhäuser weiter auf Einlass.

Mehr über das neue Heim, beim nächsten Mal! Nun ist erst einmal Ausmisten, Organisieren, Kistenpacken und Herumschleppen angesagt!