Sonntag, 15. August 2010

FIJI



Sam wurde Trauzeuge seines Freundes Mark für dessen Hochzeit in Fiji und damit war unser Urlaub für das Jahr verplant. Keine Woche Snowboarden in Japan oder Neuseeland, nein, stattdessen Urlaub unter Palmen. Wir sind gestern von dieser Woche Urlaub zurück in Melbourne. Es sind nun winterliche und regnerische 9˚C, da fällt es mir leicht in Erinnerungen zu flüchten und endlich mal wieder etwas Erwähnenswert zu posten.

Fiji stand nie wirklich weit oben auf meiner Länder-die-ich-umbedingt-sehen-muss-Liste, doch es war erstaunlicherweise sehr schön und ich kann mir vorstellen wieder dorthin zu verreisen. Die Leute sind einfach superfreundlich. Von überall schallt Einem ein lautes, frohes BULA (Hallo) entgegen. Umso ehrlicher klingt es wenn man erst einmal aus den Haupttouristengegenden entkommen ist. In Fiji heisst fast jede Unterkunft Ressort, weil es sich um umzaunte, private Grundstuecke handelt. Die Einheimischen leben allgemein in Ortgemeinschaften auf zugewiesenem Land ohne Zaune und Begrenzungen. Vieh laueft entweder frei herum oder ist einzeln angepflockt, Weiden existieren in der Regel nicht. Die Busverbindungen sind superbillig, doch als Tourist ist die Insel nicht preiswert.

Die ersten drei Tage waren wir quasi "zwangsverpflichtet" uns ebenso in das 5-Sterne Ressort wo die Trauung stattfand einzubuchen. Es war schön, doch weil Sam und somit auch ich, in die Hochzeit total eingespannt wurden, war es uns nicht erlaubt diesen Luxus wenigstens etwas zu geniessen sondern nur am Ende die Kreditkarte zu zücken. Ich war echt heilfroh, als die Hochzeit endlich vorbei war. Ich kannte das Brautpaar gar nicht. Mark habe ich mit Viola im Januar in Sydney für vielleicht eine halbe Stunde getroffen und er ist sehr nett. Mit der Braut wusste ich ehrlich gesagt nicht viel anzufangen, konnte keine gemeinsamen Interessen oder Gesprächsstoffe finden. Doch ich wünsche den Beiden das Allerbeste und viel Glück als ein Paar. Die Zeremonie und der anschliessende Empfang mit Abendessen direkt am Strand waren wunderschön. Die Kulisse war traumhaft und ich verstehe nun warum Fiji in den Top 5 der Heiratsorten ist.

Zum Glück hatten wir uns nach der Hochzeit noch einige Tage für uns selbst freigehalten. Es war nicht ausreichend Zeit um die Insel einmal zu umrunden ohne Hektik, so blieben wir für drei Nächte in einem kleinen privaten Ressort an der Korallenküste im Süden von Vanu Viti. Und voilà wir haben den totalen Glücksgriff gelandet, wie sehr haben wir noch mal gemerkt als wir bei unserer Rückkehr die tatsächliche Preisliste gesehen haben. Ein paar Stunden vor Abflug, haben wir die Unterkunft dort für $130 AUD die Nacht (90 EUR) als lastminute Angebot gebucht. Eine Hütte mit Selbstverpflegung, nahe dem Strand. Dort erst einmal angekommen, wurden wir als Erstes upgegradet da das Gebuchte gerade Wartungsarbeiten unterlief und wir erhielten eine Hütte direkt am Strand mit Korallenriff zum Schnorcheln vor der Tür. 'Hütte' ist echt das falsche Wort, klingt schäbig doch es war alles andere, es war Luxus pur. Ausser uns waren nur noch drei andere Paare dort, alle sehr nette und interessante Leute und damit war das Ressort ausgebucht. Essen war gut und en mas vorhanden. Wir bekamen ein Spezialpreis, weil wir eigentlich erwartet hatten wir würden für uns selbst kochen, doch nur die gebuchte, kleinere Hütte hatte eine Küche. Alles war sehr entspannt, wenn man wollte konnte man einiges unternehmen, wenn man für sich selbst sein wollte, war dies auch kein Problem. Alles war da fuer ein perfekten Strandurlaub auf einer tropischen Insel, fast schon zu sehr Klischee, doch wir hatten wenigstens das Gefühl etwas mehr von Fiji gesehen und erlebt zu haben als die sterilen Ressorts zuvor, die echt überall hätten gewesen sein können. Tja, wenn wir wieder dorthin zurückwollen müssen wir entweder wieder auf ein Lastminute Angebot hoffen, oder anfangen zu sparen - regulär wurde es pro Nacht 400 EUR kosten. Wie schon gesagt, Fiji ist leider nicht preiswert, wenn man ein weisser Tourist ist, Zeit an einem schönen Ort verbringen will und die Anforderungen an eine Unterkunft etwas mit den Erfahrungen und Alter gestiegen sind. Ein superbilliges "Bett" im Schlafsaal fern oder mitten im Geschehen findet man immer.

Höhepunkte waren das Erkunden des Landesinneren zu Fuss und nicht bei Taxi; 30-40 Riffhaie erschrecken und in Richtung unserer Füsse lotsen; die lauten Bula-Rufe von allen Seiten entgegengeschallt zu bekommen und Einheimische treffen; öffentliches Busfahren (wenn es nicht gerade der Bus mit den lauten, schlechten Kriegsvideos ist) und in der Hängematte am Strand in Büchern schmökern.